- Bei der labortechnischen Herstellung von Zahnersatz nehmen Sägeschnittmodelle
eine Schlüsselposition ein. Die vorliegende Studie analysiert daher Qualität
und Effektivität derzeit auf dem Markt befindlicher unterschiedlicher
Modellsysteme. Es erfolgt allerdings eine Beschränktheit auf die gängigsten
bzw. neu in Erscheinung getretenen Systeme- Pindex, model tray, Zeiser, MODU und
Quick-Pin (denmedico).
- Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde daher über experimentelle
Untersuchungen sowie Labor-und Praxisanalysen ermittelt, inwieweit insbesondere
Zeitersparnis, Handlung, Umweltverträglichkeit, Wartung und Pflege als auch
Trainingserfahrung, Universalität und Folgekosten bei der
Meistermodellherstellung eine Rolle spielen. Das Ziel dieser Arbeit ist es,
sowohl dem Zahnarzt als auch dem Zahntechniker wesentliche Anhaltspunkte zur
Entscheidung über ein dem jeweiligen individuellen Anspruch genügendes
optimales Modellsystem zu liefern.
- Die experimentelle Untersuchung ergab, dass sich unter Berücksichtigung
der reinen Arbeitszeit das Quick-Pin-Modellsystems als das schnellste System
herausstellte, unmittelbar gefolgt vom MODU-System. Demgegenüber besitzt
model tray das größte Gipsabbindeintervall und somit auch die längste
Gesamtherstellungszeit. Fehlerfrei arbeitet entsprechend der Fehleranalyse nur
das MODU-System.
- Die Laborrecherche erbrachte bezüglich des Pindex-Modellsystems die
schlechteste Einschätzung (Benotung), Danach folgten model tray und Zeiser.
- Aus der Sicht des Dentallabors sind v.a. einfaches Handling und
Zeitersparnis Hauptentscheidungskriterien für eine Anwendung des model tray
Systems. Der seitens des Dentallaboratoriums propagierte Zeitgewinn beim
Arbeiten mit dem letztgenannten System konnte durch die vorliegende Studie nicht
bestätigt werden. Zu widerlegen wären ebenfalls Universalität und
einfaches Handling für die Anwender des Pindex-Modellsystems.
- In 10,7 % aller Fälle sind nach dem Rohguss laborseitig zu schwache
Approximalkontakte bei prothetischen Versorgungen gefunden worden, wohingegen
die Okklusionsverhältnisse als regelrecht angegeben werden. Eine hohe
approximale Ausschussrate weist das Pindex-System (30 % korrekt, 30 % zu
schwach) auf.
- Die befragten Zahnärzte konnten auf nur 42 % korrekte
Approximalkontakte verweisen (16 % in vivo zu schwach, 42 % zu stark). Auch die
In vivoOkklusionskontakte werden in 37 % der Fälle als zu stark sowie bei 5
% der Patienten als zu schwach eingeschätzt.
- Seitens der Dentallaboratorien wird angegeben, daß sich 78,6 % der
Zahnärzte über zu starke Approximalkontakte beklagen würden. Bei
dieser Einschätzung schneidet Pindex am ungünstigsten ab, wobei model
tray die schlechtesten Okklusionskontakte liefert.
- Auf die Wahl des Modellsystems übt der Zahnarzt kaum Einfluss aus, nur
in 9 % der Fälle. Er favorisiert bezüglich des Handlings das model
tray-System gegenüber Zeiser und Pindex. Eine stetige Auslieferung
prothetischer Arbeiten im Artikulator wünschen sich allerdings 50 % aller
befragter Zahnärzte.
- Ueber den Verbrauch an Klasse IV-Gips bei der Meistermodellherstellung können
die Dentallaboratorien keine genauen Angaben machen. Experimentell konnte
ermittelt werden, dass nur das MODU-System ökologisch günstig
arbeitet. Es entsteht reiner Gipsabfall (nur Klasse IV). Bei den anderen
Systemen der Studie ist der Abfall weitaus schwerer zu recyclen.
- Der experimentell ermittelte Arbeitsaufwand zur Erstellung von Sägeschnittmodellen
mittels tray deckt sich mit den Ergebnissen der Laborrecherchen. Die benötigte
Zeit für das Pindex-System wird dagegen unterschätzt.
- Hinsichtlich Handling und Trainigseffekt erwies sich MODU als das
ausgereifteste System. Am kompliziersten erweist sich das Zeiser-Modellsystem.
- Bei der Ermittlung der anfallenden Kosten sollten Arbeits-und Wartezeiten
von ausschlaggebender Bedeutung sein. Unter diesem Aspekt und der zu erwartenden
Folgekosten erweist sich MODU als das ökonomischste System der vorliegenden
Untersuchung.
- Reproduzierbare Ergebnisse und gleichbleibende Qualität der
Meistermodelle können nur gewährleistet werden bei strenger Einhaltung
der Herstellerangaben was in der Praxis nicht uneingeschränkt der Fall ist.
Es besteht jedoch eine große Bereitschaft zum Wechseln auf ein
vorteilhafteres Modellsystem (bei 65,6 % der befragten Dentallaboratorien).
- Nach den vorliegenden Untersuchungsergebnissen bewies nur das MODUSystem
ein ausgeprägtes universelles Anwendungsspektrum. Dem gegenüber konnte
wiederlegt werden, dass dieser Tatbestand (Meinung der Dentallaboratorien)
insbesondere für das Pindex-System zutreffen würde.
- Die Resultate der Praxisrecherche verdeutlichten die Notwendigkeit des
Ueberdenkens bisheriger Modellsystemanwendungen als auch die Intensivierung
einer diesbezüglichen stärkeren Kommunikation zwischen Zahnarzt und
Zahntechniker. Unter bevorzugter Beachtung der Parameter Rationalisierung, Ökonomie
und Okologie ist das MODU-System zur Qualitätssicherung bei der
Meistermodellherstellung besonders zu empfehlen. ptome sollen bei permanentem
Vorhandensein auf das Vorliegen einer Amalgambelastung hinweisen.
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